Hinweis: Die aktuelle SEACON-Konferenz 2016 finden Sie hier!
SIGS DATACOM Fachinformationen für IT-Professionals

UNTER DER LUPE
Effizienzsteigerung und Kostensenkung: IT als Motor

Radisson Blu Hotel, Hamburg: 08.-09. Mai 2014

Konferenz

8 Fragen an den Fachbeirat

1| Die SEACON 2014 hat wieder 3 Tracks: Software-Architektur, Geschäftsprozesse und Projektmanagement. Wenn Sie Teilnehmer wären, für welchen Track würden Sie sich entscheiden?

Jochen Meyer: Eigentlich sind alle Tracks sehr spannend, aber die größten Veränderungen gibt es derzeit im Bereich Projektmanagement. Die Methoden ändern sich laufend, um die Kommunikation zwischen den Beteiligten zu optimieren. Das ist keine einfache Aufgabe, denn wir wissen, dass Projektmanager, Architekten und Fachbereiche unterschiedliche Sprachen sprechen. Die SEACON bringt einen echten Nutzen, wenn Teilnehmer hier neue Ansätze und Ideen finden, diese Kommunikation zu vereinfachen.



Carola Lilienthal:
Ich würde mir keinen einzelnen Track auswählen. Für mich macht gerade die Kombination aller 3 Tracks die SEACON so interessant. Die Themen beschreiben genau die entscheidenden Schnittstellen. Jeder der heute Software entwickelt, erkennt schnell, dass er mehr tun muss, als nur Software zu entwicklen. Deshalb würde ich auch Teilnehmern empfehlen, zwischen den Tracks zu springen und sich vielseitig zu informieren.

Henning Wolf: Ich würde mich für den Projektmanagement-Track entscheiden, weil das Thema den höchsten Einfluss auf meine tägliche Arbeit hat. In diesem Track geht es um die Probleme, die ich auch auf meinem Schreibtisch wiederfinde.

Bernd Oestereich: Das Thema Software-Architektur finde ich interessant, weil es am vielfältigsten ist. Hier gibt es viele verschiedene Bewegungen und Ansätze und genau diese Vielfalt repräsentieren wir auch auf der SEACON.


2| Nach welchen Kriterien bewertet der Fachbeirat die Einreichungen zur SEACON?

Henning Wolf: Ich bewerte nach thematischer Aktualität und Praxisbezug. Wir nehmen lieber praktische Erfahrungen ins Programm als hypothetische Modelle. Und auf eine gewisse Originalität lege ich wert. Wir wollen keine Beiträge, die unsere Teilnehmer schon etliche Male auf anderen Veranstaltungen gehört haben.





Oliver Ihns:
Ich suche nach neuen Ideen und neuen Ansätzen. Die Teilnehmer sollen Anregungen bekommen für ihre Aufgabenstellungen und im Idealfall auch Lösungsideen für ihre Probleme. Am liebsten sind mir Vorträge über konkrete Projekte und die Erfahrungen, die die Beteiligten darin gemacht haben.

Jochen Meyer: Qualität, Relevanz, Praxisbezug, Innovationsgrad und Zukunftsorientierung – das sind die Kriterien für meine Auswahl. Besonders wichtig ist mir der Innovationsgrad. Wir wollen mit der SEACON in die Zukunft blicken und nicht nur das auswählen, was state of the art ist. Unser Anspruch ist zu erkennen, was uns als Trend in den nächsten 2-3 Jahren beschäftigt.

Carola Lilienthal: Ich achte zunächst auf den Titel des Vortrags; daran erkenne ich, ob sich der Sprecher Mühe gegeben hat, sein Thema zuzuspitzen. Das Wesentliche ist aber: Verspricht der Vortrag einen Nutzen für den Teilnehmer? Ein großer Name und ein paar Buzzwords reichen mir nicht. Solche Einreichungen lehne ich im Sinne der Qualitätssicherung ab.


3| Welches sind Ihre Programm-Highlights in diesem Jahr?

Bernd Oestereich: Ganz klar: „Speeding Up Lhotse2Otto.de in 2 weeks“! Darin berichtet Uwe Bessle von iteratec über die Umsetzung eines großen Software-Projekts für den Otto-Versand. Es ist sehr beeindruckend, was dort in kurzer Zeit in einer sehr komplexen IT-Struktur realisiert wurde.






Oliver Ihns:
Spannend finde ich „Geschäftsprozesse in die Cloud – aber sicher“ von Jan Jürjens. Insbesondere das „aber sicher“ wird zu diskutieren sein. Hier geht es zum einen um das Thema Kostenreduzierung, aber auch um den Schutz der Unternehmensdaten. Derzeit ist noch nicht wirklich klar, welche Prozesse in die Cloud verlagert werden sollten und welche besser nicht.

Carola Lilienthal: Der Vortrag „Beispiele statt Algorithmen“ von Stefan Hofer vermittelt eine sehr leichte Art mit Geschäftsprozessen umzugehen und verabschiedet sich von der Idee, alle Prozesse bis ins Detail vollständig modellieren zu können. Er zeigt den Weg der kleinen Schritte und macht uns Mut zu leichtgewichtigen, unvollständigen Methoden, die aber Flexibilität ermöglichen. Das ist „agile at it´s best“!

Henning Wolf: Johannes Mainusch mit „Be Nerd – Management der Zukunft“. Er wird uns sicher etwas Lustiges darüber erzählen, wie man seine Managerrolle in der IT auch verstehen kann. Die Frage in diesem Vortrag lautet: Hat ein Ex-Nerd als Manager die besseren Skills, um einen Laden von Techies zu leiten?


4| Wie ist die Teilnehmerstruktur der SEACON? Und wie hat sich in den letzten Jahren entwickelt?

Bernd Oestereich: Die Vielfalt unseres Programms spiegelt sich auch in der Teilnehmerstruktur wider. Viele stammen natürlich aus Anwenderunternehmen und sind unmittelbar in die Softwareentwicklung involviert. Darüber hinaus kommen Berater und Coaches sowie Entscheider aus der mittleren Managementebene größerer Unternehmen, die für IT- und Softwareprojekte verantwortlich sind.

Henning Wolf: Das typische Publikum sind Menschen, die ihre Arbeit im Bereich der Softwareentwicklung optimieren möchten. Leute, die nicht nur „im eigenen Saft schmoren“ oder sich aus Büchern informieren möchten, sondern die ein echtes Interesse an einem fachlichen Austausch und persönlichen Kontakten haben. Für diesen Kreis bietet die SEACON ein ideales Forum. Und nicht selten entstehen hier auch Kontakte, die sich jenseits der Konferenztage etablieren.

Jochen Meyer: Ich würde sagen, die SEACON ist keine Veranstaltung für Einsteiger. Sie ist interessant für Berufseinsteiger, um sich am Markt zu orientieren, das Programm ist aber auf „Senior-Teilnehmer“ im Bereich Engineering und Architektur ausgerichtet.

Carola Lilienthal: Ich sehe inzwischen weniger Entwickler sondern überwiegend Software-Architekten und Entscheider aus der mittleren Managementebene. Gemeinsam ist allen Teilnehmern das Interesse an Kontakten, Austausch und Weiterbildung.






5| Gibt es einen inhaltlichen Focus der Seacon?

Henning Wolf: Ich sehe in unserem Programm eher Vielfalt als einen zu klaren Fokus. Wir haben nicht das eine Thema, das aus 5 Perspektiven beleuchtet wird. Die Vorträge zeichnen sich aus durch Eigenständigkeit, eigene Ideen und Denkmuster. Was ich sehr angenehm finde, denn ich bin kein Freund von Wiederholungen.


6| Noch eine Frage zum Motto: Muss der Software-Architekt in Sorge sein, dass er nur noch als reine Kostenstelle betrachtet wird?

Jochen Meyer: Nein, ganz bestimmt nicht! Gerade Software-Architekten sind als kreative Mitdenker gefragt und geschätzt. Ihre Aufgabe ist es, das Design von Software-Modellen soweit zu abstrahieren, dass es für die ganze Software-Landschaft adaptierbar wird und zukunftstauglich ist. Der Software-Architekt wird daher immer eine wichtige Rolle in Projekten einnehmen und er ist viel mehr ein wichtiges Element in der Wertschöpfung.

7| Wir haben an beiden SEACON-Tagen jeweils einen Open Space. Welche Bedeutung hat das für die Teilnehmer und die SEACON?

Henning Wolf: Die Open Space-Tracks positionieren die SEACON als eine Konferenz, in der auch die Teilnehmer Inhalte generieren und ihre Themen auf die Agenda bringen können. Die SEACON ist eben auch eine Mitmach-Konferenz!

Bernd Oestereich: Die Open Spaces machen die SEACON zur „anderen“ Konferenz. Der intensive persönliche Austausch und die Networking-Möglichkeiten ergänzen die hohe Qualität des Programms.

8| Sind die Pecha Kucha-Sessions Entertainment oder bieten sie auch viel Inhaltliches?

Oliver Ihns: Ich vergleiche Pecha Kucha-Sessions mit Impulsvorträgen. Und natürlich kann ein Impulsvortrag gute Inhalte haben. Natürlich ist das kurze, knackige Vortragsformat Pecha Kucha auch gutes Entertainment. Die Referenten sind in einem sehr engen zeitlichen Raster „gefangen“. Da müssen die Ideen und Botschaften exakt auf den Punkt gebracht werden – das ist echte Kunst!